Herz und Kreislauf

Herzkreislauferkrankungen in Deutschland

 

Todesursache Herz-Kreislauf
Todesursache Herz-Kreislauf

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren zu Beginn des Jahrtausends Krankheiten des Herzkreis-laufsystems mit Abstand die häufigste Todesursache in Deutschland. Trotz erheblicher Fortschritte in Diagnose und Therapie stagniert diese Zahl weiterhin auf hohem Niveau. Unter den Herzkreislauferkrankungen sind insbesondere die koronare Herzkrankheit, etwa der Herzinfarkt, und der Schlaganfall hervorzuheben. Der Herz-Kreislauf-Tod betrifft vor allem ältere Menschen: 90 Prozent sind über 65 Jahre alt. Krebserkrankungen sind die nächst häufige Todesursache.

Vor der Wende waren Herzinfarkte in der Bundesrepublik häufiger als in der DDR. Dies hat sich mittlerweile umgekehrt: Neuerdings sinkt die Zahl der Herzinfarkte in den alten Bundesländern kontinuierlich, in den neuen Bundesländern steigt sie an. Auch die Todesrate liegt dort über der in den alten Bundesländern.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet damit, dass Herzkreislauferkrankungen als Todesursache bis zum Jahr 2015 weltweit an erster Stelle stehen werden – vor den bislang seit Jahren konkurrenzlos führenden Infektionskrankheiten. Die WHO schätzt, dass gegenwärtig jährlich über zwölf Millionen Menschen rund um den Globus an kardiovaskulären Erkrankungen sterben. Mehr als 50 Prozent dieser Todesfälle könnten durch vorbeugende Maßnahmen vermieden werden.

Immer noch glauben viele Menschen, der Herzinfarkt sei ausschließlich „Männersache„. Der Infarkt ist jedoch auch für Frauen die häufigste einzelne Todesursache. Auch junge Frauen sind zunehmend gefährdet.

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung und eine der häufigsten Ursachen für ambulante Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte. In Deutschland sind mehr als eine Million vorwiegend ältere Menschen betroffen, und es werden immer mehr. Vorhofflimmern ist zwar selbst nicht lebensbedrohlich, kann aber
zu gravierenden Folgeschäden führen, insbesondere zum Schlaganfall. 15 oder mehr Prozent aller Schlaganfälle sind auf Vorhofflimmern zurückzuführen, das sind fast 40.000 Schlaganfälle pro Jahr in Deutschland. Das zunehmende Alter der Bevölkerung (ein Erfolg der modernen Medizin), aber auch das zunehmende Risikoprofil durch Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Bluthochdruck oder Diabetes lässt erwarten, dass Herzkreislauferkrankungen weiter zunehmen.

Dieser Trend ist nur durch eine intensivierte Grundlagenforschung, eine verbesserte Vorbeugung, Diagnose und Therapie aufzuhalten. Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)