Tipps + Informationen

Die wichtigsten Fitmacher für Herz und Kreislauf

Unser Herz-Kreislauf-System transportiert mit dem Blut Sauerstoff, Nährstoffe und Botenstoffe in jede Zelle unseres Körpers. Dafür pumpt das Herz innerhalb eines Tages 6.000 bis 8.000 Liter Blut durch den Körper. Damit dieses System einwandfrei funktioniert und im Alter leistungsstark bleibt, können Sie einiges tun. Ausreichende Bewegung, aber auch Phasen der Entspannung sowie eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung tragen zur Gesundheit des Herz-Kreislaufsystems bei.

Herz-GrafikDas Voranschreiten von Arteriosklerose mündet häufig in Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall und basieren in den meisten Fällen auf einer zuvor nicht therapierten Arterienverkalkung.

 

Herzgesunde Ernährungs-Tipps

Nicht nur unser Lebensstil, sondern auch die Auswahl der Lebensmittel, die wir essen, hat Einfluss auf das Herz-Kreislaufsystem. Bevorzugen Sie im Rahmen einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung hochwertige pflanzliche Öle, z . B. Oliven-, Raps-, Walnuss-, Maiskeim- oder Sonnenblumenöl, wie THOMY GOLD Raps & Sonnenblumenöl. Diese enthalten viele ungesättigte Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen und somit Blutgefäße und Herz schützen können. Generell sollten Sie wenig gesättigte und tierische Fette zu sich nehmen. Besonders fettreich sind zum Beispiel fettes Fleisch, Wurstwaren, Eier, Sahne und Speck diese Lebensmittel enthalten viele gesättigte Fettsäuren. Ergänzen Sie Ihre Ernährung durch Fisch, wenn möglich, zweimal in der Woche. Makrele, Lachs und Hering beispielsweise sind reich an ungesättigten Omega-3-Fettsäuren und können so zur Herzgesundheit beitragen.Und natürlich: Trinken nicht vergessen! Mindestens 1,5 bis 2 Liter sollten es täglich sein, z. B. Nestlé AQUAREL oder ungesüßte Tees sowie Fruchtsaftschorlen im Verhältnis 1/3 Saft, 2/3 Wasser. Denn der Körper braucht ausreichend Flüssigkeit, ansonsten kann er die Funktion von Herz und Kreislauf nicht aufrechterhalten. Wenn Sie wissen möchten, wie es um Ihr Trinkverhalten steht: Überprüfen Sie Ihre Trinkgewohnheiten in unserem Trink-Check.

 

Herzschwäche bei Diabetes Typ 2

 Achtung – wird häufig mit Altersschwäche verwechselt!

Herz-Kreislauf
Herz-Kreislauf

Menschen mit Diabetes Typ 2 haben im Vergleich zu Nichtdiabetikern ein zwei- bis sechsfach erhöhtes Risiko einer Herzinsuffizienz. Die Herzschwäche entwickelt sich schleichend und äußert sich durch Leistungsabfall, Müdigkeit, Atemnot oder geschwollene Beine. Häufig nehmen Betroffene diese Anzeichen als altersbedingt hin und suchen keinen Arzt auf. Dabei kann die Herzinsuffizienz gerade in Kombination mit Diabetes lebensgefährlich sein.

Bei 40 Prozent aller Menschen mit Diabetes Typ 2 pumpt das Herz nicht die vom Körper benötigte Menge Blut in den Kreislauf. „Die Prognose Herzinsuffizienz ist vor allem bei Diabetes äußerst ungünstig“, warnt der Kardiologe und Diabetologe (DDG) Dr. Fischer, ärztlicher Leiter aus Dresden. Denn 80 Prozent der über 65-Jährigen versterben noch innerhalb von drei Jahren nach der Diagnose.

Eine Früherkennung der Herzschwäche bei Diabetes Typ 2 ist auch deshalb so wichtig, da einige Antidiabetika mit einem hohen Herzinsuffizienz-Risiko verknüpft sind. Glitazone sind daher kontraindiziert und sollten durch andere blutzuckersenkende Medikamente ersetzt werden. Sulfonylharnstoffe sollten wegen des erhöhten kardialen Risikos sowie der Hypoglykämiegefahr nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden. „Bei Metformin muss das Risiko für Komplikationen individuell abgewogen werden“, erklärt Dr. Fischer. Neuere Substanzen wie Inkretin-basierte Medikamente, Exenatide oder Liraglutide, schützen das Herz vermutlich sogar.

Unklar ist bislang, inwieweit eine ideale Blutzuckereinstellung die Prognose der Herzinsuffizienz verbessert. „Uns fehlen auch Belege, ob Patienten im frühen Erkrankungsstadium von der herkömmlichen Therapie bei Herzinsuffizienz – etwa mit Beta- oder RAAS-Blocker – profitieren“, so Dr. Fischer. Neu hingegen sind Studienergebnisse, die zeigen, dass sich ein leicht erhöhter Body Mass Index (BMI) bei Herzinsuffizienz positiv auszuwirken scheint. „Wir sprechen hier vom Adipositas-Paradox.“

Trotzdem rät der Experte herzkranken Menschen mit Diabetes Typ 2, auf ihre Ernährung und ihr Körpergewicht zu achten: Salzkonsum auf drei Gramm pro Tag reduzieren, keine Fertiggerichte aus der Tiefkühltruhe oder aus Konserven, nichts Gepökeltes, dafür viel frisches Obst und Gemüse. Eine zusätzliche Vitaminzufuhr in Form von Tabletten sei nicht notwendig.

Quelle: diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

Ballaststoffe auch gegen Herz-Kreislauf-Erkrankung

(aid) – Wer mit der Nahrung reichlich Ballaststoffe aufnimmt, kann offenbar Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Das lässt eine US-amerikanische Studie vermuten, für die Daten von mehr als 23.000 Erwachsenen aus den Jahren 1999 bis 2010 ausgewertet wurden. Die Probanden nahmen regelmäßig an medizinischen Untersuchungen teil. Die Nährstoffaufnahme wurde anhand von 24-Stunden- Ernährungsprotokollen bestimmt.

Probanden mit einem besonders hohen Ballaststoffverzehr hatten ein geringeres Risiko für Entzündungen von Herz und Gefäßen (34 Prozent), Übergewicht (23 Prozent) und das Metabolische Syndrom (22 Prozent). Das Metabolische Syndrom bezeichnet zusammengefasst Stoffwechselstörungen, also Adipositas, Fettstoffwechselstörung, Diabetes und Bluthochdruck. Der positive Effekt eines hohen Ballaststoffverzehrs war unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkunft. Weitere Studien sind jedoch notwendig, um die Resultate zu untermauern.

Ballaststoffe sind unverdauliche Pflanzenbestandteile, die keine Energie liefern. Sie erhöhen unter anderem das Sättigungsgefühl und wirken damit Übergewicht entgegen. Ein hoher Verzehr soll Verstopfung vorbeugen, den Cholesterinspiegel senken sowie Dickdarmkrebs entgegen wirken.

Ein Erwachsener sollte täglich 30 bis 40 Gramm Ballaststoffe verzehren. Essen Sie täglich reichlich Obst und Gemüse sowie ein- bis zweimal die Woche Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen und Erbsen, empfiehlt der aid infodienst. Dazu kommen noch möglichst täglich ein Schälchen Müsli oder andere Getreideflocken, zwei bis drei Scheiben Vollkornbrot und eine Portion Kartoffeln, Vollkornreis oder -nudeln.
Heike Kreutz, www.aid.de

Mehr zur Wirkung von Ballaststoffen:
www.was-wir-essen.de/abisz/brot_gesunde_ernaehrung_ballaststoffe.php

Mit gesundem Lebensstil

Herzprobleme – Infarktrisiko mindern

Foto: TÜV-Rheinland
Foto: TÜV-Rheinland

Rund um die Uhr leistet das Herz harte Arbeit. Ohne Pause pumpt es Blut durch den Körper, um den Menschen mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen zu versorgen – ein Leben lang. Erkrankt das Herz, verliert es an Leistungsfähigkeit. „Seit Jahren sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland die Todesursache Nummer eins“, so Dr. Wiete Schramm, Gesundheitsexpertin von TÜV Rheinland. Die häufigste Erkrankung ist die koronare Herzkrankheit. Dabei kommt es zu Ablagerungen in den Arterien. Mögliche Folge: ein Infarkt.
Anzeichen bei Herzinfarkt nicht immer eindeutig

Die meisten Betroffenen ereilt der lebensbedrohliche Herzinfarkt unvorbereitet zu Hause oder am Arbeitsplatz. Brustschmerzen, Druck und Engegefühle hinter dem Brustbein oder plötzliche Atemnot können mögliche Anzeichen sein. „Bei Herzversagen muss unverzüglich gehandelt und der Rettungsdienst alarmiert werden. Die Anzeichen bei einem Herzinfarkt sind nicht immer eindeutig, so kann der Schmerz auch nur in den Rücken oder Oberbauch ausstrahlen. Dabei gilt: Keine Scheu vor Fehlalarm, denn jede Minute hilft dabei, Leben zu retten und irreparable Schäden zu minimieren“, erklärt Dr. Wiete Schramm. Alarmieren Sie den Notarzt über die Rettungsleitstelle Telefonnummer 112. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollten Sie den Betroffenen mit erhöhtem Oberkörper lagern, enge Bekleidung lockern und für frische Luft sorgen. Bei Atemstillstand ist umgehend mit einer Herzdruckmassage Erste Hilfe zu leisten. Patienten, die innerhalb kürzester Zeit nach Beginn der Beschwerden in die Klinik gebracht werden, haben gute Überlebenschancen.
Risiken vorbeugend verringern

Vorbeugende Maßnahmen können die Gesundheit ihres Herzens und die Lebensqualität erheblich verbessern. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung. So bleibt der Körper fit und ein gesundes Gewicht kann gehalten werden. Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind übermäßiger Alkoholgenuss, Bluthochdruck, Diabetes, Vererbung, Stress und Rauchen. „Schon wenige Zigaretten pro Tag beeinträchtigen die Herzgesundheit und steigern die Gefahr, eine Herzerkrankung zu bekommen“, sagt TÜV Rheinland-Expertin Dr. Wiete Schramm.

Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt

Weltherztag

Statistik
Statistik

Das Herz eines erwachsenen Menschen ist etwa faustgroß und wiegt rund 300 Gramm. Im Laufe eines durchschnittlichen Menschenlebens schlägt der wichtigste Muskel im Körper rund drei Milliarden Mal und pumpt dabei 250 Millionen Liter Blut durch das Kreislaufsystem.

Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt zum Welt-Herztag am 29. September 2012 mitteilt, starben in Sachsen-Anhalt nach Ergebnissen der Todesursachenstatistik im Jahr 2011 insgesamt 5 922 Männer und 7 910 Frauen an Krankheiten des Kreislaufsystems.

Krankheiten des Kreislaufsystems führen in aller Regel erst im höheren Lebensalter zum Tode; 91,2 Prozent aller hieran Verstorbenen war 65 Jahre oder älter. Dies spiegelte sich auch in einem durchschnittlichen Sterbealter von 80,6 Jahren (Frauen 84,1 Jahre und Männer 76,0 Jahre) wider, welches etwas mehr als 4 Jahre über dem Durchschnittsalter aller Gestorbenen lag.

Die häufigsten spezifischen Todesursachen waren dabei die ischämischen Herzkrankheiten (Minderdurchblutung des Herzens). Daran verstarben im Jahr 2011 insgesamt 3 113 Frauen und 3 039 Männer.
Als akute Komplikation einer ischämischen Herzkrankheit spielt der Myokard- oder Herzinfarkt (Absterben von Teilen der Herzmuskulatur) eine vorrangige Rolle. Im Jahr 2011 starben 2 581 Personen (1 091 Frauen und 1 490 Männer) an einem Herzinfarkt, das war jede 14. gestorbene Frau und jeder 10. verstorbene Mann.

An einer Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) kamen 835 Frauen und 401 Männer zu Tode. Bei 8 Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhaltern, überwiegend Kinder, waren angeborene Fehlbildungen des Kreislaufsystems die Todesursache.

Nach Ergebnissen der Krankenhausdiagnosestatistik aus dem Jahr 2010 wurden 101 686 Patientinnen und Patienten aus Sachsen-Anhalt (48 742 Frauen und 52 944 Männer) bundesweit in Krankenhäusern aufgrund von Krankheiten des Kreislaufsystems behandelt. Rund ein Viertel dieser Patientinnen und Patienten (9 083 Frauen und 16 162 Männer) wurde wegen einer ischämischen Herzkrankheit behandelt, darunter 2 995 Frauen und 4 997 Männer infolge eines Herzinfarkts. Hauptsymptom der ischämischen Herzkrankheit ist die Angina Pectoris, ein anfallartiger Brustschmerz. Daraufhin wurden 4 208 Frauen und 6 499 Männer Sachsen-Anhalts in einem Krankenhaus behandelt. Die Herzinsuffizienz machte hier bei 8 345 Frauen und 7 431 Männern eine Behandlung notwendig.

Interview zum Welt-Herz-Tag:

1) Warum gibt es den Welt-Herz-Tag?

Egbert Roggentin
Egbert Roggentin

Der Welt-Herz-Tag wird jährlich weltweit im September begangen. Er aktiviert unsere erhöhte Aufmerksamkeit bei der Todesursache Nr. 1 in Deutschland. Die meisten wissen eigentlich um die Vorzüge einer gesunden Ernährung. Weil diese aber von vielen nicht konsequent eingehalten wird, dient der Weltherztag zur Mobilisierung.

 

2) Was passiert an diesem Tag? Welche Art von Veranstaltungen gibt es mit welcher Absicht?

Die Themenspanne bei den Veranstaltungen zum Weltherztag, von Wanderungen bis zu Vortragsreihen, ist so breit wie die Bandbreite der Zielgruppen, dies reicht von Betroffenen, deren Angehörigen, Gesundheits- und Präventionsverantwortlichen in Unternehmen und nicht zuletzt den Ärzten und medizinischen Fachkräften.

3) Welche Erfolge wurden seit 2000 mit dem Welt-Herz-Tag erzielt?

Die Erfolge von Präventionsarbeit ist schwer messbar. Und es ist ja nicht nur der Welt-Herz-Tag, der die Menschen motiviert, verantwortungsbewusst mit Ihrem Körper umzugehen.

4) Was sollte man tun, um Herz-Erkrankungen vorzubeugen?

Gesunde Nahrungsaufnahme gehört zum A und O der Prävention von Herz-Kreislaufproblemen, nicht rauchen, das Gewicht möglichst in Maßen halten und den Alkoholkonsum beschränken. Mit seinem Arzt sollte man das Thema besprechen und seine Werte wie Blutdruck, Cholesterin, Glukosegehalt usw. kennen. Gesunde Ernährung gehört unbedingt dazu.

5) Was hat das mit dem Lachen an sich?

Mediziner von der University of Maryland haben in einem Versuch festgestellt, dass Leute die stark und ausgiebig lachen etwas Gutes für Ihr Herz tun. Wer häufig lacht, schützt sich vor Bluthochdruck und daraus resultierenden Beschwerden ähnlich wie durch Aerobic-Übungen oder die Einnahme von Cholesterinsenkern. Lachen weitet die Blutgefäße und verbessert die Durchblutung, während Stress den genau entgegengesetzten Effekt hat.

Egbert Roggentin, Haus für Kommunikation, Bonn