Interview mit Dr. Smetak zum Stellenwert der Prävention bei Herzpatienten

3 Fragen an …

Dr. med. Norbert Smetak, 1. Bundesvorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen

• Welchen Stellenwert hat Prävention bei den Herz-Patienten für Sie, was sollte insbesondere gefördert werden?

Dr. med. Norbert Smetak
Dr. med. Norbert Smetak

Seit der INTERHEART-Studie 2004 wissen wir die Ursachen von 90% der Infarkte, die meisten davon können wir positiv beeinflussen. Wir möchten unsere Patienten über diese Möglichkeit informieren, weil damit nicht nur Infarkte verhindert werden können und das Leben verlängert werden kann, was sehr abstrakt ist, sondern weil damit für den Einzelnen eine längere Zeit ohne Beschwerden möglich ist.

• Am 29. September ist Welt-Herz-Tag. Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

Dass die Menschen wieder mehr Verantwortung für sich selbst und für ihre Gesundheit übernehmen und die Möglichkeiten nutzen, die sie haben.

BNK
BNK

• Allgemein sagt man dem „Herzen“ auch eine sinnliche Bedeutung zu, mit Sätzen wie „ …das ging zu Herzen“ oder „da blutet mir das Herz“. Spielt eine solche Betrachtung des Organs in Ihrem beruflichem Alltag eine Rolle?

Diese Betrachtung führt dazu, dass die Patienten Fehlfunktionen oder Erkrankungen des Herzens ganz allgemein viel emotionaler sehen. Als Krankheitsbild kennen wir eine extreme Variante bei übergroßer akuter Stressbelastung als sogenanntes „Broken Heart Syndrom“, das eine dem Infarkt vergleichbare Funktionseinschränkung des Herzens verursachen kann.