Eine bewährte Therapie als Alternative zur OP

Herzklappenersatz per Katheter

Herzklappenersatz per Katheter
Herzklappenersatz per Katheter

Verschiedene Therapieoptionen sollen helfen,   den Patienten möglichst dauerhaft ein beschwerdefreies Leben mit einer guten Lebensqualität zu ermöglichen.

Vor mehr als zehn Jahren wurde die erste Implantation einer künstlichen Aortenklappe mithilfe eines Katheters beim Menschen durchgeführt. Seit diesem Eingriff hat sich die

Transkatheter-Aortenklappenimplantation

(= engl. Transcatheter Aortic Valve Implantation; TAVI) zu einer alternativen Therapieoption für ältere und inoperable Patienten mit Aortenklappenstenose entwickelt. Sie verbessert nicht nur die Überlebensrate von Betroffenen, sondern führt zugleich zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensqualität. In Deutschland wird das bewährte Verfahren bereits in knapp 100 spezialisierten Herzzentren durchgeführt. Foto: SAPIEN 3 – Klappenimplantation

Aortenklappenstenose Die schleichende Verkalkung der Herzklappe
Die Aortenklappenstenose ist die häufigste behandlungsbedürftige Herzklappenerkrankung. Etwa jeder Zwanzigste der über 75-Jährigen ist von der Erkrankung betroffen. Unter einer Aortenklappenstenose versteht man eine Verengung der Aortenklappe. Diese Verengung wird durch eine Kalzifizierung, eine Ansammlung von Kalkablagerungen an den Klappensegeln, verursacht. Hierdurch wird die Flexibilität der Segel beeinträchtigt sowie die Öffnungs- und Schließbewegung erschwert, weshalb weniger Blut durch den Körper gepumpt werden kann. Spaziergänge werden mühsam und Treppensteigen zur Belastung. Symptome wie Brustschmerzen, Müdigkeit, Kurzatmigkeit oder Schwindel werden zu ständigen Begleitern im Alltag.

Bislang ist es nicht möglich das Voranschreiten der Erkrankung allein durch medikamentöse Therapiemaßnahmen zu verlangsamen, aufzuhalten oder gar rückgängig zu machen. Eine Wiederherstellung der natürlichen Funktion der Aortenklappe ist nur durch den Einsatz einer künstlichen Herzklappe möglich.

SAPIEN 3
SAPIEN 3

TAVI als alternative Therapieoption
Als Behandlungsstandard für die Therapie der Aortenklappenstenose gilt nach wie vor der chirurgische Klappenersatz. Der Brustkorb des Patienten wird geöffnet und der Erkrankte wird während des Eingriffs an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. Hierbei werden der natürliche Herzschlag sowie die Atmung vollständig von der Maschine übernommen. Eine Prozedur, die gerade für ältere Patienten beträchtliche Risiken birgt, weshalb 30 bis 60 Prozent aller Betroffenen nicht operiert werden können.

Für diese Patienten wurde mit TAVI eine lebensrettende Alternative zur chirurgischen Behandlung eingeführt. Bei dem minimalinvasiven Verfahren wird die Klappe über einen Katheter im Herzen platziert. Der Eingriff erfolgt über die Leistenarterie (transfemoraler Zugang) oder alternativ durch einen kleinen Schnitt zwischen den Rippen über die Herzspitze (transapikaler Zugang) mithilfe eines Katheters. Die Intervention dauert im Schnitt lediglich 90 Minuten und kann unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Die Strapazen für den Patienten sind also sehr viel geringer als bei einem konventionellen Verfahren.

Verbesserte Überlebenschancen und Lebensqualität durch Kathetereingriff
Die Sicherheit und Wirksamkeit des TAVI-Verfahrens mithilfe der Edwards SAPIEN Transkatheter-Aortenklappe wird seit mehr als 4 Jahren in der PARTNER-Studie (engl. Placement of AoRTic TraNscathetER Valve) untersucht. In der Studie wurden zwei Patientengruppen analysiert und im Herbst 2012 wurden die Drei-Jahres-Ergebnisse der Studie veröffentlicht. Die Daten belegen nicht nur die anhaltenden, sondern auch die steigenden Überlebensvorteile der Patienten sowie eine deutlich kürzere Aufenthaltsdauer im Krankenhaus. TAVI-Patienten erholen sich nach dem Eingriff schneller als Betroffene, die eine Operation am offenen Herzen hinter sich haben. So kann es nach ein paar Tagen möglich sein wieder Treppen zu steigen oder kurze Spaziergänge in Angriff zu nehmen.

Der disziplinübergreifende Ansatz des TAVI-Verfahrens
Damit jeder Patient die für ihn optimale Behandlung erhält, ist eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit von Kardiologie und Herzchirurgie wichtig. Welche Therapieoption bei welchem Patienten angewendet wird, entscheidet ein sogenanntes „Herz-Team“, welches aus Kardiologen, Herzchirurgen, Anästhesisten und Geriatern zusammengesetzt ist.

Zusammenfassung
Die Transkatheter-Aortenklappenimplantation hat sich in erfahrenen Herzzentren innerhalb von kurzer Zeit zu einer festen alternativen Therapiemöglichkeit für Patienten mit einer Verengung der Aortenklappe und gleichzeitigem hohen Risikoprofil entwickelt. Die Entscheidung über die Anwendung dieses Verfahrens ist individuell zu treffen und wird gemeinsam von Kardiologen und Herzchirurgen im „Herz-Team“ getragen.